Polylux

Posted on December 19, 2008
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Tja. Gerade noch rechtzeitig. Also eigentlich nicht mehr, denn Polylux ist aus. Ende. Vorbei. Hat sich ausgepolyluxt, die sagen keinen Piep mehr, die sind ein gewesener Polylux, ein Ex-Polylux sozusagen…

Der wirklich einzige und letzte Grund gelegentlich GEZ Gebühren für angemeßen gehalten zu haben, ist von den Verantwortlichen vom Netz genommen worden. Also vom Fernsehnetz, denn auf http://www.polylog.tv soll wohl weitergemacht werden. Bis halt auch dieser Nische der Geldhahn zugedreht wird, wie ich annehme.

Was machte Polylux denn nun eigentlich so ansehbar? Für mich die wirklich rattenscharfe, endgeil-ironische Tita von Hardenberg, deren bürgerlichen Namen ich auch schonmal zusammengegoogled habe, um Ihr ein eindeutiges Angebot zu machen, aber das wieder verworfen habe, als ich mehrfach Schwangerschaften bei dieser Göttin des sublimen Humors recherchierte. Natürlich ist so eine Prachtfrau bereits vergeben, herrjeh, was hab ich mir dabei gedacht…

Ja, sie, die Moderatorin und das lustige Sendekonzept aus abwegiger Trendsetterei wie extrem-Piercing in der Tradition vom “Mann den sie Pferd nannten”, dem Zusammenleben mit Gummipuppen und ähnlich abwegigem, politischem Kommentieren des aktuellen Tagesgschehens und Diskussionsbeiträgen über alles und jeden. Das alles ist hierbei wirklich und wahrhaftig als im wahren Wortsinne zu verstehen gewesen.

Ausser auf einem pseudo-linksliberalem “Alles ist irgendwie erlaubt, wenn´s irgendwen irgendwie glücklich macht” Grundtenor, bemühte man sich um Objektivität, erging sich in feinem Humor und spöttischer Ironie, bisweilen gefiel man sich auch in der Pose einer Sendung, die ein Forum für Spinner bot – aber besagte Spinner (Happy Birthday, Sheldon Grünwald) wurden nie boshaft vernichtet, wie bei TV Total üblich oder zur Schau gestellt im Rahmen einer Ergriffenheits-Freak-Show, wie bei Stern TV oder der publizistisch-seeligen Margarete Schreinemakers…

Ich trauere aufrichtig um eine Sendung, die man gern durch extra3 in Stimmung gebracht, im Anschluß danach ansehen konnte, ich trauere um den wirklich netten Anblick von Tita, die nun den Hürdenstab der attraktivsten Frauen im ÖR-Fernsehen an Monika Lierhaus abgibt, ich trauere um intelligente, unangepasste Unterhaltung und stelle fest, die Welt ist wieder um ein etwas ärmer geworden. Schade drum, aber auch das Ende dieser Sendung ist schlußendlich nur noch ein Argument und ein Indiz mehr dafür, dass anarchisches, aufgeklärtes und unkommerzielles nichts mehr für das Fernsehen ist, sondern denjenigen vorbehalten sein wird, die die Grundintelligenz besitzen, einen Browser durch das Internet zu steuern, ohne beim zweiten Klick auf einer Pornoseite zu landen. Prima. So bleiben wir alle unter uns.

Hüllenlos – Nackt Besser Aussehen

Posted on October 21, 2008
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Ich will nackt gut aussehen – was hier schamlos aus Kevin Spaceys Mund in American Beauty für den Sendungstitel entlehnt wurde, wird auch gandenlos durchgezogen. Wenn wir mal ganz großzügig darüber hinweg sehen, dass sich wieder mal junge Frauen zum dramaturgischen Höhepunkt nackich ausziehen müssen, damit sie ins Fernsehen kommen – dann könnte man die Sendung, unter dem Gesichtspunkt der Selbsttherapie und der sozialen Studie als wertvoll bezeichnen. Wie gesagt, den voyeuristischen Asatz mal ganz verdrängt…

Von einem nicht-ganz-schwul wirkenden Frauenversteher, von dem ich mir, rein von der Kompetenz-Ausstrahlung nicht mal beimEinparken helfen lassen würde, werden junge Frauen mit “Problemzonen” dazu gebracht, ein Haushohes Nacktfoto von sich auf eine Wand projezieren zu lassen. Das in Serie. Was in den Nachbarn diese Wand vorgeht, vermag ich nicht abzuschätzen.

Aber der Weg dahin ist interessant und das belustigende Selbstbild der gemeinen Durchschnittsfrau. Im Vergleichstest mit anderen Frauen schätzt sich Frau grundsätzlich zu dick ein und was ich auch nicht wusste: Kaum eine Frau kennt Ihre eigene BH Größe. Aus! Schluß! Ende, meine Damen! Nie wieder Vorwürfe an uns Männer wegen häßliche Unterhosen oder Weihnachtsgeschenkdessous in falschen Größen, Ihr wißt es ja selbst nicht. Nananananaaaaa!!!

Da hier kein Mann richtig liegen kann, ohne eine Watschen oder das Bezahlen einer Brust-OP zu riskieren, holt sich unser juveniler Moderator auc Expertinnenhilfe aus dem Dessousgeschäft, von Friseuren und Visagistinnen. Zumindest die Fernsehcrew wird also ökonomisch ausgelastet. Der Herr Bastian Bertemes (29), so der Name des Frauenflüsterer scheint jedoch nur dafür engagiert, den verhuschten Mädels männliches Feedback zu geben. Männlich. Hihi. Von einem 29 jährigen… und die Mädels von vorn bis hintern zu pampern, was er sogar relativ einfühlsam schafft, für einen Mann nicht schlecht. Er darf dabei aber auch Dinge aufgrund seiner “Fernsehauthorität”, die uns Normalmännern versagt bleibt, Besserwissen was

Aber es funktioniert: In mindestens verbürgten 8 Fällen lassen sich gestandene Frauen pseudopsychologischer Beratung zu Anzieh-Auszieh Püppchen umfunktionieren. Und das ist nämlich das Gute an der Sendung – junge Frauen werden nicht zum Schönheitschirurgen geschleift, um in die Barbiepüppchen, die sie offenbar als Ideal im Kopf haben, verwandelt zu werden, sondern werden mit legitimen Mitteln einfach aufgepimpt. Pimp my Bride sozusagen.

OK, das Baumwollschlübber mit Faltenwurf gegen richtig sitzende hochglanz Dessous irgendwie abstinken müssen, und dass eben nicht jede Woche ein Coiffeurbesuch drin sein dürfte, rein finanziell betrachtet und ich im Grunde kein Freund der Gesichtsmalerei im großen Stile bin, denke ich doch, dass gerade in Zeiten von Magersucht und Bullemie geplagten jung-Frauen so eine Sendung einen, wenn auch minimalen Beitrag leisten kann, falsch selbstreflektierenden Frauen zu der Einsicht zu verhelfen, die Sie als Mann Ihrer Partnerin niemal, neimals nie mitteilen dürfen: Ich liebe Dich doch so, wie Du bist…

Nun hat sich die Redaktion dieser Sendung auch nicht gerade unerreichbare Ziele gesetzt, die Teilnehmerinnen sind durchweg alle nicht häßlich oder fett, sie haben eben bisher nicht den richtigen Fummel angehabt, um mit Modemagazinansprüchen zu konkurrieren – und so wird das Motto “Nackt besser aussehen” auch nur auf Umwegen erreicht: Frau fühlt sich, nach dem sich also ein TV-Team, eine Expertenriege und harmlose Passanten um sie gekümmert haben besser, das Selbstwertgefühl steigt und das strahlt Frau dann natürlich auch aus. Schade, dass nicht allen Partnern von Problemzonenfrauen ein solcher Aufwand zur Verfügung steht, aber wir lernen, was wir schon immer gewußt haben: Wahre Schönheit kommt von Innen.

Was nervt ist, Ausziehen reicht immer noch, um ins Fernsehen zu kommen – und dann gibts nicht mal wirklich was zu sehen…

Imbiss Live

Posted on September 29, 2008
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Heute wurde ich Opfer von Imbiss Live, aus der gnadenlosen Reality Soap Abenteuer Alltag auf Kabel1. Der Besitzer von Curry54 hat sich ein beispielloses Reklamesponsoring genehmigt und sendet mit gefühlten 300 Kameras die reine Langeweile frei Haus. Erst im Internet und nun auch noch im Fernsehen.Â

Freunde der gepflegten Idiotie, die man auf gewissem Niveau von Dittsches wirklich wahrem Leben in Ingos Pommesbude gewohnt ist, werden erwartungsgemäß enttäuscht. Das Ganze is sogar so langweilig, dass die “Live”filmschnippelchen von einem Redaktionsteam irgendwie zusammengeschnitten werden müssen, das wenigstens der Anschein von Action entsteht. Aber auch das gelingt nicht. Ebensowenig belebt der Offsprecher aus der vierten oder fünften Garde das Geschehen und der leidensfähige TV-Kritiker fragt sich ganz ernsthaft: Was soll das?

Wenn es im Vorabendprogramm von Kabel1 eine dermaßene Lücke und Mangel an sinnfreiem Schnitzelcontent gibt, warum wird der Sendeplatz nicht an eine Agentur für die Vermarktung von Charity verschenkt? Die Tafeln, Brot für die Welt Miserior – es gäbe soviel wirklich sinnvolleres zu transportieren, als diesen ausgemachten Megascheiss? Wenn bitte der Programmdirektor, der Marketingfuzzi und am besten auch gleich der Imbiss bitte zurücktreten würden? Muss ich jetzt dankbar sein, dass es wenigstens keine Call-in-Sendeformatierung ist. Muss ich jetzt mit einem TV-kritisch.de T-Shirt nach Berlin reisen, marodierend herumrandalieren, um wenigstens ein wenig Pfiff in die Sendung zu bringen? Muss ich wirklich? Ich mach das! Und das ist eine Drohung, jawohl und wehe, das geht nicht live über den Äther…

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