Dieter Bohlen

Posted on April 20, 2009
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… Mann, ist das ne Wurst! So wirbt der pseudo-charmante Mittfünfziger gerade für Wiesenhof-Brutzler Bratwurstprodukte. Was einiges an Humor, zumindest bei der Werbeagentur voraussetzt, die das ganze ausgeheckt haben und nach Kenntnisnahme des Dieter Bohlen Zeichentrickfilms wohl auch beim Protagonisten, der es gern braun und knackig mag und dabei auf einen jungen Frauenhintern schielt. Braun ist der zwar nicht und jede weitere Assoziationskette von Braun und Hintern mag ich im Zusammenhang mit Würsten auch nicht wirklich gern herstellen, aber… hoppla, schon passiert.

Also, mal das Phänomen Dieter Bohlen mal kurz umrissen: Ingolf Lück ist schuld, der ließ nämlich den Dieter und den Thomas (auch sonnenbankbraun und vielleicht wurst – ich weiss nicht, ob sich hier schon früh Bohlens Neigung manifestiert…) unvorsichtigerweise bei sich in Formel 1 auftreten. Dieter Thomas war uns bis dahin nur als Wortkombination für Schnellsprecher mit massiver Affinität zu deutschen Schlagern bekannt, in so fern war die Umgewöhnung nicht allzu schwer. Das deutsch aus dem Schlager rausgewummst und mit englischen Eunuchengesängen im Refrain garniert, schon war der Grundstein für ein Imperium des schlechten Musikgeschmackes gelegt. Millionen und Abermillionen müssen diese freizügige Interpretation des Wortes Popmusik gekauft haben, ähnlich wie, und wahrscheinlich auch genau die selbe Klientel, Millionen von Menschen, die das Zeitungssurrogat “BILD” konsumieren. Und bei Modern Talking gab es weder nackte Mädchen, noch einen Sportteil – aber wahrscheinlich wurde das Ganze in einem Verwertungsschritt später, der Tanzschule nachgearbeitet – ich kann es mir nicht anders (<-Thomas – ein Brüller, wie ich finde!) erklären.

So dann Trennung, Reunion, Comeback, Buch, Superstarserie, Hörbuch, Film und Superstarseriesuperstarseriesuperstarserie… und es ist kein Ende abzusehen. Was macht denn der Dieter Bohlen eigentlich? Also angefangen hat er damit auf möglichst anspruchslosen Midi-Rhytmusmaschinen möglichst noch anspruchslosere Kompositionen aufzupfropfen und seitdem macht er Teenieträume kaputt, die ein Superstar werden wollen. Nu ist es per se schon unmöglich in Deutschland ein Superstar zu werden, denn das ist weder Armin Müller-Stahl noch Herbert Grönemeyer bisher gelungen und die hätten wohl am ehesten Anspruch auf einen solchen Titel, aber so heisst das Motto und der Titel dieses Castingquatsches nunmal.

Das blöde ist, der Bohlen, der darf das. Denn er hat die Erfahrung, den Erfolg und das Volk hinter sich und man kann ihm nicht einmal böse sein, wenn er jemand anders als everybodys arschloch bezeichnet, zumal das wohl auch Grundlage der frechen Kampagne der Teilnehmerin, deren Name mir so egal ist, wie die Brutzelwurst, die er nun als vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere anpreist. Es ist zu befürchten, dass hier noch weiteres folgen wird…

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