Alpecin – Doping für die Haare…

Posted on March 11, 2009
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Au Mann. Ich fühle mich per Timetunnel genau in eben diese Zeit des Fernsehens zurückgebeamt, respektive der auch noch zu dieser Zeit gebräuchlichen Fernsehwerbung. Altbacken, voller sinnfreier Bilder und hohler Phrasen – eigentlich kann das schon zur Zeit der seeligen Clementine, deren Darstellerin kürzlich verstarb -unser ernstgemeintes Beileid an die Angehörigen- nicht funktioniert haben.

Clementine hatte nun aber wenigstens den unbedingten Vorteil, sympatisch zu sein. Nette, kleine, dicke, knuffelige Oma – alles Bestens. Was serviert uns nun aber der Chefwerbemensch von Alpecin? Dr. Klink. Der erste Impuls, der einem durch den Kopf schießen möchte ist: der hieß doch Colonel Klink und hatte gar keine Haare und ein Monokel und im ständigen Streit mit amerikanischen und englischen Kriegsgefangenen. Oder war das ein Widerstreiter James Bonds?

OK, hier haben wie also Doktor Klink der uns ziemlich durchdringend und furchtbar ernst anstarrt, – also ich hätte Angst vor dem, vielleicht geht es meinen Haarwurzeln ja auch ähnlich und sie sprießen lieber freiwillig, als in dem Laboratorium des Doktor Klink auf eine Trage geschnallt zu werden und mittels einer teuflischen Aparatur, die von der Energie aus Blitzen gespeist wird, gedopt zu werden…

Und jetzt kommt der Hammer! Doktor Klink kann etwas ganz tolles: Er kann Mithilfe eines Mauszeigers, den er auf einem Flachbildschirm hin und her bewegt die Wachstumsphasen meines Haares verlängern. Wahnsinn! Das ist ja mindestens Internet 12.7!

Also mal ganz im Ernst, liebe Marketingabteilung, lieber Werbeschaffender, was soll denn das? Das geht doch gar nicht!?! Wen soll denn dieser Zaubertrick aus dem Powerpointrepertoire eines Viertklässlers von der Wirksamkeit Eures Mittels überzeugen? Dr. Klink in Verbindung mit der lustigen kleinen Schubbsegrafik, das ist einfach zu viel! Und dann der weichgespülte Slogan: Doping für die Haare – nur für die Haare… – herrjeh! Doping für die Haare! Fertig! Nicht noch weichspülen, einschränken, aufweichen – was ist denn da los bei Euch? Das Konzept der Antiwerbung funktioniert doch, ich schreibe ja über Euch, also dann könnt Ihr auch gleich richtig provozieren.

Oder soll mich die Einleitung, dass der Slogan für viel Aufsehen gesorgt hat in irgend einer Form beeindrucken? Wo denn? Bei den Mitbewerbern? Beim Radsportverband? Mir ist das Blabla aus der Werbung eigentlich komplett wurscht, nur gut gemacht muss es eben sein. Witzig vielleicht, oder lustig anzusehen, aber doch nicht so…

Edit: Anlässlich des Entfernens des “nur für die Haare” - Liebe Freunde von der Werbeagentur, einerseits finden wir das ja ganz schön, das wir Euch kostenlos helfen konnten, Eure Werbung zu optimieren, andererseits: fragt uns doch einfach vorher, wie gut, oder wie schlecht Euer Werbespot ist, für einen klitzekleinen Bruchteils des Budgets helfen wir Euch gern, gleich den richtigen Ton für Eure Zielgruppe zu finden. Allerdings ist bei Eurem Werbespot der Rest von dem, was Ihr weggeschnitten habt, immer noch ganz abscheuliche 70er Jahre Reklame. Neu machen! Jetzt! Schnell! Head & Shoulders schläft nicht!

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