Bundesvision Songcontest

Posted on February 14, 2009
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Klatsch klaaaaaatsch! Voll in die Fresse. Klasse. Live und in Farbe. Für stereotypes Dumpfmanngehabe und Tittengegrabsche. Yieh-harrr!…

Ich könnte mich noch stundenlang über dieses etwa 25 sekündige Highlight des gestrigen Bundeswischen Songkontext freuen, aber niemand, der es nicht gesehen hat, würde dann verstehen, worum es geht. Irgendwie ist der Raab ja fast niedlich, wenn er wie ein kleiner Junge so in der Showkulisse um sich schaut und sich freut, dass das alles aus seinem Kopf entsprungen ist. Also. Naja, nichts davon, aber er eben den richtigen Leuten gesagt hat, ich will so was wie den European Songcontest in klein machen.

Wie beim großen Vorbild gibt es am Ende eine Abstimmung mit Bildeinspielern mit Lokalkolorit von regionalen Radiosendern und extatisch rumkreischendem Klatschvolk und dann gibt es noch Baden Würtemberg. Da wo die männliche Bevölkerung nichts dazu lernt und es für völlig normal hält, seiner hübschen tschechischen Kollegin als Warm-Up erstmal einfach mal an die Hupen zu grabschen. Aber ich greife vor… (hehe)

Zunächst war also eine Art menschliche Discokugel zu sehen und es wurde gleich klar, die Pailetten Jacke strahlte mehr aus, als der Träger. Sogar mehr Persönlichkeit. Und eine nette Komoderatorin, nichts besonderes, wie der ganze Abend in seiner scheußlichen Belanglosigkeit irgendwie an mir vorbeitröpfelte. -Der Inhalt der Jacke, der mir vorher irgendwie schon durch seine Schweinsäuglein unsympatisch wurde, laberte nun vermeintlich den üblichen Scheiss daher, wie alle Radiomoderatoren das eben so den ganzen Tag tun und wollte dann, als Grande Furioso die beiden Nippel seiner Kollegin zu den zwei schönsten Punkten im Ländle erklären.

Gut, kann man mal machen. Sicherlich gibt es sogar Gelegenheiten, da sollte man es auch mal machen, definitiv nicht machen sollte man es bei einer solchen Gelegenheit, Live vor Millionen, es sei denn, man möchte sich am nächsten Tag beim Personalchef für sexuelle Übergriffe rechtfertigen müssen und übermorgen den Radiomoderatoren-Unvermittelbar-Hartz4 Antrag ausfüllen, oder, wenn es einem im Überschwang des Testosteronhaushaltes irgendwie passiert ist, wenigstens eine sehr gute spontane Entschuldigung, oder eine noch frechere Antwort parat haben, oder alles auf eine Karte setzen und die kassierte Ohrfeige brutalstmöglich ebenfalls mit körperlicher Gewalt beantworten. Einem sich Live vor der Kamera herumprügelnden Moderatorenpäärchen hätte ich 12 Punkte gegeben.

Was gar nicht geht, wenn alles schon so in Richtung gar nichts geht, ist dann wie ein kleiner dummdödeliger kleiner Junge zu Boden gucken, sich verschämt am Kopf kratzen und so tun, als wär das jetzt bloß ein verunglückter Scherz gewesen. Erschreckend klar und deutlich profiliert kam Kollegin Soya/Saya/Saja (Soyanka habe ich grad recherchiert)-ich kenn die Frau nicht- durch diese Aktion hervor, sie führt uns allen ebenso erschreckend klar vor Augen, dass man manche Dinge am Besten sofort und vor Ort mit Gewalt löst. Klatsch Klaaaatsch! Richtig so! Und den netten jungen Mann bitte aus sämtlichen Medien entfernen und in die Metzgerlehre gesteckt, da gehört er hin, ohne jetzt die Gilde der Metzgerinnung irgendwie diskriminiert haben zu wollen. Na, doch irgendwie schon.

Apropos aus den Medien entfernen: Bitte auch alle hochfrequent rumquietschenden Frauen mit Sprachfehlern, Dauerstimmbruchinhaber und Stammelkönige raus aus dem Radio. Wenn man bei den meisten Radiomenschen nun dank Raab schon vor Augen geführt bekommt, warum diese im Radio arbeiten und nicht im Fernsehen, dann könnte man doch auch mal genau diesen Menschen mal ausreden, dass sie in einem Medium arbeiten müssen, in dem Sprache eine wichtige Rolle spielt. Wenn diese Sprache im Ohr weh tut, dann ist das KONTRAPRODUKTIV!

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