Mister Perfect

Posted on January 31, 2009
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10 Millionen gab 2005 der Regisseur Mark Rosman für “The Perfect Man” aus, der mit Müh und Not seine Kosten wieder einspielte und der Hauptdarstellerin Hillary Duff die Nominierung zur Goldenen Himbeere einbrachte. Wenn das mal nicht Gründe genug sind, dieses Machwerk als Grundlage für eine Idee für eine neue Granatenshow in Sat1 genügt, was dann?

Und so ist es auch, fast Live aus dem Europapark, damit die Kandidaten Zeit genug haben, Ihre Haare zu föhnen, bevor man sie wieder nass macht, sendet sich endlich, endlich, endlich eine neue Castingshow zu uns nach Hause. Wunderbar. Das hat echt gefehlt.

Aber ich will auch mal davon absehen, dass ich nun wirklich kein Freund von Castingshows bin, egal, wer da was sucht, es geht natürlich nur darum, möglichst viele Idioten dazu zu bewegen, für 50 Cent in der Minute auf den hotten Hotlines anzurufen…, nein, selbst dieses Sendeformat hat in den Jahren seiner Existenz ein ” “gewisses” “Niveau” “, in doppeltdoppelten Anführungszeichen, zu erreichen. So lebt DSDS vom knatschigen Bohlen, der Rest der Show um ihn herum scheint ja austauschbar zu sein, Raabs Songcontest vom schlecht verhohlenen Neid auf Bohlen, die Popstars vom immer irgendwie am Limit verzweifelnden D! Soost und sogar das minderwertige Topmodelgesuche von der seltsamen Aura Heidi Klums…

Hier haben wir ein für mich neues Gesicht namens Alexander Mazza. Seine Vita googelt mir vor, dass er mal Herzblatt moderiert hat und ein Model war. Diese Information lässt mich nun darüber nachgrübeln, warum ich kein Model geworden bin und zu dem Schluß kommen, dass mir dazu das Quentchen Selbstverliebtheit fehlt. Mazza nicht. Obwohl es mir, wirklich um Objektivität bemüht, nicht einleuchten will, woher er das nimmt. Mit der Ausstrahlung und Eloquenz noch unterhalb eines pakistanischen Pizzabäckers, wobei ich hier nichts gegen Pakistanis sagen wollte, sondern einfach die Alliteration toll fand und die Tatsache, dass es in Deutschland offenbar nicht einen italienischen Pizzabäcker, … jedenfalls stelle man sich einen dunkelhaarigen Mann im verschwitzten Feinrippunterhemd vor und Herr Mazza daneben und den Pizzamann toller, herrjeh, man muss wirklich aufpassen heutzutage, was man so sagt.

Als Jury fungieren (Pizza Funghi hihi) Kim Fischer, Jana Ina Zarella (klingt auch irgendwie nach Pizza) und Britt Dingsda – Hagedorn, die komische Frau aus dem Nachmittagstalk, den kein Mensch wirklich anschaut. Wer vor diesen Damen es schafft sich auch nur irgendwie vorteilhaft zu produzieren, ist für mich definitv schonmal ein Alpha Männchen. So holpert und stolpert sich die Sendung also von Runde zu Runde, die antretenden Kerle sind für mich jetzt nichtmal Anwärter auf den Titel Mr. Durchschnitt, die östrogene Jury kichert sich von einem Kopforgasmus zum multiplen, die 400 Frauen im Publikum drücken aufs Knöpfchen, um endlich mal anonym Rache an all den Exfreunden zu nehmen, die sie im Stich gelassen haben… und die Show ist schneller vorbei, als gefürchtet.

Was wurde nun gemacht? Männer naß. Jawohl. Das ist lustig. Kann man nur noch mit “Torte ins Gesicht” toppen. Haha. Ich stelle mir nun diese Show mit Frauen vor und finde diese Showidee plötzlich viel interessanter. Liegt das jetzt an der Geschlechterbrille? Ist Lachen auf Kosten von Männern kein Sexismus? Voyeurismus ist es auch nur, wenn Frauen entblößt werden, lächerlich gemacht und öffentlich zur Schau gestellt. Woher soll ich das auch wissen, ich bin ja nur ein Mann. Wird mal echt Zeit, dass sich in Deutschland eine Maskulinismusbewegung erhebt, es reicht so langsam…

Tja, es soll nun so das ganze Jahr weitergehen und am Ende des Jahres eine große Entscheidungsshow, mit allen Etappensiegern geben. Ich gehe jede Wette ein, dass das ins Wasser fällt, das Ding ist eigentlich jetzt schon abgesetzt, und das ist auch gut so.

Und noch etwas wird mir dann klar, ich habe Appetit auf Pizza. Fastfoodfernsehen, wahnsinn.

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