Olympische Spiele 2008

Posted on April 8, 2008
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So, die Fackel ist aus, Frieden ist eine sache, die sich nicht auszahlt und wenn die alten Griechen wüssten, wie ihre Idee von der modernen Welt ad absurdum geführt wird (ich hätte ad absurdum jetzt gern auf griechisch geschrieben, aber leider wurde die Sprache an meinem Gymsium nicht gelehrt) würden sie dem olympischen Komitee im Nachhinein die Rechte am Namen entziehen. Wie ich auch finde, dass das die heutige griechische Regierung tun sollen dürfte. Die Urheberrechte an der Veranstaltung liegen eindeutig bei denen. Milliardenklagen, rückwirkend für Hundert Jahre – ehrlich, ich versteh die Griechen nicht. Vielleicht ist das aber der olympische Gedanke…

Aber gut, so werden wir den internationalen Schwanzvergleich in verschiedenen Disziplinen leider nicht auf die Bequeme los, also muß es wieder Streit geben. Im Kurzen umrissen: Dieses Mal sind die Chinesen dran, Austragungsort zu sein. Den Chinesen liegt nichts ferner, als mit dem Gebiet Tibets, das im späteren Verlauf des zweiten Weltkriegs von ihnen unrechtmäßig annektierten Gebiets, als die Welt damit beschäftigt war, Deutschland und Japan auf die Fresse zu hauen und keiner so richtig aufpasste, was sonst noch so passierte – weil der neue böse Feind war ja plözlich der Kommunismus- also das Gebiet wieder herauszurücken und gar Frieden mit Tibet und eine völkerrechtliche Anerkennung mit einem Volk zu vereinbaren, da der gemeine Chinese, was er im Übrigen mit dem Rest der Weltengemeinschaft gemein zu haben scheint, Tibeter verachtet und zumindest nicht ganz ernst nimmt. Tibeter sind im Großen und Ganzen Buddhisten, die körperliche Gewalt ablehnen und sich darauf verlassen, dass Leute, die sie scheisse behandeln höchstpersönlich von Buddha im nächsten Leben zu Scheisse verwandelt. Ganz grob dargestellt…

Ich finde, Buddha kriegt das schon in diesem Leben ganz gut hin.

Es ist in etwa so, wie wenn man in eine Disco mit gewaltbereiten Jugendlichen geht und sich einen Zettel auf die Stirn klebt, mit der Aufschrift: Schlag mich, ich verzeihe Dir! In einer Art ja auch irgendwie rührend, aber wer sind wir in diesem Bild? Die Zuschauer, die sich abwenden, oder der gröhlende Pöbel, der um die Kontrahenten herumstehen und ordentlich den Einen oder Anderen anfeuern?

Wenn Sie Sportfan oder Leichtathletikanhänger sind, oder ein übersteigertes Nationalempfinden pflegen, was Ihnen dazu verhilft bei jeder Blechmedaille “Ihres” Teams, die die Überlegenheit Ihrer “Rasse” dokumentiert in Jubelstürmen auszubrechen – bitte, schauen Sie ruhig zu, haben Sie Spaß.

Mir vergeht selbiger im Anblick von blutig geschlagenen Demonstranten, daher ganz klare Entscheidung, mag das TV zeigen, was es will, Olympia findet dieses Jahr bei mir nicht statt, tut mir leid Athleten, Sponsoren und Sportartikelhersteller – nicht auf Kosten eines Untrerdrückten Volkes und ein Großes PFUIH! auf das sogenannte olympische Kommitee, dass ohne Zögern die Spiele in Moskau boykottiert, aber sich für ein paar popelige Tibeter nicht stark machen will. Ganz arm, typisch westlich – wenn es sich rechnet, ist jeder Grundsatz zu brechen, Kapitalismus rechtfertigt alles und wer will sich denn auch schon ausgerechnet die Chinesen zum Gegner machen, das sind ja soviele und die haben ja soviel Geld, da beweisen wir einfach mal unsere Flexibilität und freuen uns alle über die soooooo friedlichen Spiele. Wer tot ist, kann ja auch keine Unruhe mehr stiften. – Können sich unsere westlichen Regierungen ja auch mal auf die Fahnen schreiben, ich erwarte dann auch mal jeden Tag mit einer Kugel im Kopf aufzuwachen, besser ist es, wer weiß, wem man so in die Suppe spuckt…

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