Menschen bei Maischberger
Posted on April 8, 2008
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Aufruf zum Mord an Osama Ben Ladin bei Maischberger?
Da sitz ich also mal gelangweilt bei Maischbrit Brabbler in der Folge “Senioren erklären uns die Welt” (Veteranen, erklärt uns die Welt!; Anm. d. Red.) und richte mich auf einen gelangweilten Abend ein, wegen der mangelnder Mitbewerbersendungen mit ausreichend Action und Blut und nachdem ich mich von dem typischen altersweisen blabla der anwesenden Altersweisen Genscher, Scholl-Latour, Ruge, Todenhöfer und der Messner war auch da (warum eigentlich, ach ja, alt - das reicht wohl!) in die ansteckende Demenz diskutieren lasse… – … und höre die dreiste Quotenpolit-tussi sagen “Osama Bin Laden ist der, den wir erschiessen wollen, Obama ist ja der gute…” also so sinngemäß, die wörtliche Zitierung fällt mir wirklich schwer, da die sinngemäße Übermittlung dessen, was ich eben gehört habe dermaßen unfaßbar ist, daß es mir den Hirnkasten zersprengen mag. Also wenn in dieser Sendung, die ich gewohnheitsgemäß wohlwollend ignoriere, regelmäßig solche Klopper rausgehauen werden, muß ich wohl öfter mal einschalten.
Ich überlege aktuell gerade, ob ich morgen früh eine Anzeige gegen Frau Maischillner wegen Anstiftung zum Mord stellen soll. Nicht das ich nun ein ausgewiesener Anhänger der El Qaida wäre oder Muslim, oder sonst irgendwie Betroffener, aber Entschuldigung-mal-bitte-das-geht-ja-gar-nicht: Ich kann doch nicht im Staatsfernsehen der freien Welt ausgerechnet zum Mord am Systemfeind aufrufen, respektive diesen zumindest als großen gemeinsamen Nenner “Wir-wollen-doch-alle-dass-der-tot-ist” hinstellen, wenn es gerade darum geht, was die US Amerikanische Regierung für Verbrechen im Irak an der Zivilbevölkerung begeht. Und die Altersweisen sagen da gar nichts dazu.
Vielleicht war es kein Faux Pas sondern ein geschickter journalistischer Winkelzug um Emotionen zu provozieren, wie bei den ebenso mäßig begabten Kollegen Kerner und Beckmann – oder um ausgewogen zu kritisieren den Pseudojournalisten Meyer, Jauch und Klöppel bei den Privaten. – Hoffe ich in einem Anfall von Harmoniebedürfnis – aber:
Nein, ich habe ich nicht verhört, es wird gewitzelt über die Namensähnlichkeit von Osama und Obama, und der eine soll Präsident werden und nicht so gern erschossen und der andere soll gern erschossen werden. Ah ja. Ich bezweifle mal, dass da ein Staatsanwalt ebenso eifrig ermittlen würde, wie wenn ich hier zum Erschiessen der Kanzlerin aufrufen würde, was nun definitiv mit Kanonen auf Spatzen geschossen wäre…
Ich fühle mich also heimlich an die Fox tönende Wochenschau erinnert, in der uns vorgebetet wurde, was wir denken sollen, das Ganze etwas bunter und etwas mehr unter dem Deckmäntelchen des objektiven politischen Talks und die öffentlich rechtliche Naivitätsikone darf Ihre unausgeglichen-menstruierende Meinung in den Äther blasen, ohne dass Scholl-Genscher-Ruge-Todenhöfer dem dreisten Relativ-Rotzgör den Arsch versohlen, dafür, dass es Europa dem Dritten Weltkrieg zwischen islamischer und westlicher Welt ein gutes Stück näher brachte? Das war so ziemlich das fahrlässigste, was ich je in einer politischen Sendung gehört habe.
Gute Nacht, Deutschland, und feuert diese Frau – ich will gar nicht wissen, was die zur Rentenproblematik, Bildungsproblem und der Bestechlichkeit unserer Politik zu sagen hat, hauptsache populistisch – die Schlagrichtung ist klar, aber bitte: Nicht in meinem Namen, ich zumindest möchte, das Herr Ben Ladin ein ordentliches Gerichtsverfahren für die ihm vorgeworfenen Straftaten erhält, genauso wie ein gewisser Herr Bush, Frau Merkel und der chinesische Spaßvogel, der gerade Mönche vermöbeln läßt, die gern in einem freien Land leben möchten. Wie eigentlich alle Menschen, die in einem von einer fremden Macht regierten Land leben, aber -herrjeh, wir haben Werbeverträge, wir können die Spiele nicht boykottieren, die armen Athleten hätten sich ja glatt umsonst vorbereitet. Und die Werbeverträge. Also eigentlich nur die Werbeverträge. Und ausserdem finden die Spiele gar nicht in Bayern statt und wahrscheinlich hätte auch niemand wirklich etwas gegen eine Autonomiebestrebung Bayerns…
Und uns verkaufen Sie das als Friedensspiele. – Das Lachen fällt einem allerdings immer etwas schwerer, gerade wenn man einen Schlagstock in die Fresse geballert bekommen hat. Und gerade buddhistische Mönche sind ja nun eigentlich für ihre Langmut bekannt, also, wenn die sich mal auflehnen kann man sich eigentlich darauf verlassen, dass “etwas” wirklich nicht in Ordnung ist.
Aber jetzt muss ich der Kunigunde Maybrittner fast dankbar sein, für die Kapriolen meines Gehirns zu so später Stunde – das ist also Latenight Talk! Nächstes mal doch lieber nach “Dittsche-Das wirklich wahre Leben” suchen – da weiss ich, das mir Quatsch verkauft wird.

