Gülcan

Posted on April 24, 2007
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Wer in Verona Feldbusch den medienmenschlichen Supergau des letzten Jahrhunderts gefunden zu haben glaubte, darf sich nun an der konsquenten Fortführung des Prinzips “Strunz…-aber irgendwie niedlich” in Persona Gülcan erfreuen. Selten wurde im TV bisher ungenierter mit der Unwissenheit kokettiert. Hier mag sie zwar in einer langen Tradition von Frauen stehen, die um auf den Massengeschmack sexy zu wirken, naiv sein mussten, wie Marylin Monroe und Doris Day, die aber den unbedingten Vorteil hatten, nicht in Wirklichkeit dämlich zu sein. Auch mögen Naivität und Dämlichkeit (im Wortstamm ja immerhin von Dame abgeleitet) gar nicht die richtigen Worte sein und auch bei der ehemaligen Feldbusch hatte sich immer hartnäckig das Gerücht gehalten, dass sie in Wirklichkeit total clever ist, so als Geschäftsfrau. Was einem schlicht den Kamm schwellen läßt, ist die Tatsache, dass Menschen im Fernsehen, trotz konsequent bewiesener Inkompetenz in jedem Belang, Geld damit verdienen dürfen, in dem sie nichts tun, außer der Fernsehnation vorzuleben, dass es total OK ist, nichts zu können und damit jedem Jugendlichen die Motivation nehmen, auch nur irgendetwas in Sachen Ausbildung, Fortentwicklung und Bildung überhaupt zu tun.

In sofern stimmt die Tradition eigentlich gar nicht, denn Gülcan ist und kann gar nichts. Rein gar nichts. Außer hemmungslos Gülcan zu sein, willig in jede Zotenvorlage z.B. Herrn von der Lippes reinzustolpern, jedes Fettnäpfchen kichernd wie eine 12-jährige im Colarausch mitnehmend durch sämtliche Programme zu nervtrampeln.

Bisweilen hege ich den Verdacht, das Gülcan die Nation der Türken ärgern soll, denn solch eine Person als Integrationsfigur, hat auch eine Nation nicht verdient, die bisweilen Andersgläubigen aus religiösen Gründen noch den Hals aufschlitzt. Andererseits sollen wir ja vielleicht auch glauben, dass, wenn alle Frauen türkischer Herkunft so sind, es gar nicht weiter schlimm ist, diese hinter einem Schleier zu verstecken und mit einer Burkha mundtot zu machen. Ich für meinen Teil würde sie eigentlich auch gern mit diesem kleinen, roten Gummiball sehen, der auch in Pulp Fiction zum Einsatz gekommen ist. Das könnte ich mir wiederrum stundenlang im Fernsehen anschauen: Gülcan, gefesselt und geknebelt, während ihr von Günter Jauch im Professorenkostüm Allgemeinwissen eingebleut wird, oder zumindest Dinge, die jeder normale Mensch können sollte, logische Gedankengänge, eine Stulle schmieren oder sich die Schuhe zuzubinden. Unter diesen Gesichtspunkten muss ich noch mal die Medien durchforsten, wen man noch in dieser Show (Wer wird mündigär Bundesbürgär…?) ausbilden könnte.

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