Grand Prix Vorausscheidung

Posted on March 9, 2007
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Da fällt einem nichts mehr dazu ein! Die Spießbürger schlagen zurück! Nachdem sich ein paar Jahre lang diese Veranstaltung einen gewissen Unterhaltungswert durch Underdogs, Aussenseiter und gänzlich Chancenlose erarbeitet hatte, der Rückfall in die restriktiven 70er Jahre. Ich kann nicht viel dazu sagen, denn nach dem Auftritt der drei (farblich sehr schön aufeinander abgestimmten) Gummibärchen mit Spazierstock, eigentlich schon während, musste ich das erstemal mit echten Kopfschmerzen wegschalten.

Weitere “highlights” wo ich wegmusste:

-Paola erzählt von ihrem aufregendem Leben,

-Heinz Rudolf Kunze outet sich als Rocker und trällert Udo Jürgens ‘Merci’ (nein! heinz, das ist unverzeihlich!) -wobei sich der Gedanke aufdrängt, der echte Udo hat kurzfristig abgesagt, weil er wußte, was die Irren da vorhatten- und

-nimmt auch noch teil, mit etwas, was mich schon wieder wegschalten ließ. Ich mochte den mal. Als er noch etwas zu sagen hatte.

-Georg Ücker und Thomas Hermanns beweisen, dass man auch als homosexuelle Randgruppe noch spießiger sein kann, als die heterowelt, unerträgliches Gebrabbel

Gebannt wartete ich darauf, dass Hildegard Knef und Zara Leander vorbeischauen und Thomas ihre Strumpfgürtel und Corsagen von ihren Auftritten beim Führer schenken, aber es geschah nicht. Ich wartete auf spannende Beiträge, aber nach gefühlten 200 Jahren Talkshow, im Stile bekannter “Größte blabla aller Zeiten…” nahmen da dann also drei, oder waren es vier Beauftragte zur deutschen Aussendarstellung im Dienste der Völkerverständigung innerhalb Europas (Mann! Es geht doch nur um Plattenverkäufe!!!) teil.

Dann gab es noch das Schlechteste aus 250 Jahren Grand Prix, also zumindest die Teilnehmer, die zum Low-Budget Preis der Veranstaltung zu haben waren, oder von ihrem Manager gesagt bekommen hatten, da musst Du hin, es will Dich woanders sonst keiner mehr sehen.

Aus 5000 Bewerbern war das also die Cremé de la Cremé der deutschen Musikindustrie. Es war zu erwarten, dass es schlecht wird, aber doch nicht, dass es so ein Konzentrat aus nur schlecht werden würde.

Nach einem Riesen BOHAI, boah ey, oder wie sich das neudeutscht, geschah folgendes: Eine megagigantische Seifenblase macht ‘bubb’ – und die Sendung war aus.

Die Trombosen, äh, Monrosen hatten sich verkalkuliert, das Dauergelaber der Gereatrieabteilung hatte inzwischen alle 14 jährigen vertrieben, das Televoting ein Fiasko, gewonnen hat irgendwie so eine Swing Nummer, von irgend so einem Swing Sänger. Toll! Musik aus den 20ern haben wir dann ja schonmal, dann kann ja auch die Weimarer Republik scheitern und unsere Nachbarn sollten sich schonmal Sorgen machen, die miefig-piefigen Deutschen spießen seit 5:25 wieder zurrrrück…

Das Grauen in Bildern: http://www.fernsehlexikon.de/blog/sat1-gewinnt-vorentscheid
Klasse, es hat eigentlich niemandem gefallen. Zumindest nicht den Menschen, die mit dem Begriff ‘Internetanschluss’ etwas anfangen können: http://www.jawl.net/grand-prix-deurovision-euvisocovoliblo/08-03-2007/

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