Reinhold Beckmann

Posted on February 27, 2007
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beckmannReinhold Beckmann gl├Ąnzt im TV vor allem durch seine selbstdarstellerischen┬ Qualit├Ąten. Eigentlich ist da sonst nicht viel, was bei ihm gl├Ąnzt. OK, man k├Ânnte behaupten, er “gl├Ąnze” durch inkompetente Fu├čballkommentare, oder seine unmittelbare Betroffenheit, hervorgerufen durch seine eigenen, journalistisch knallhart recherchierten (g├Ąhn!) Interviews w├Ąren irgendwie “gl├Ąnzend”.

Aber so ist es nicht. Herr Beckmann ist bestenfalls Durchschnitt, und zwar in allem was er tut. Eigentlich nicht mal das. Sein regelm├Ą├čiges Auftreten bei der Sportschau (ARD) oder seinen offenbar unvermeidlichen Einsatz als Kommentator bei mehr oder weniger wichtigen Fu├čballereignissen, verdankt er nur dem ARD-Sportchef: Reinhold Beckmann. Ganz klar, der Mann wei├č, das Medienpr├Ąsenz Chefsache ist.
Hieran w├Ąre ja nichts auszusetzen, wenn er nicht so grottenschlecht w├Ąre, als Kommentator und dadurch dann ja wohl auch als (Fehl-)entscheider an wichtiger Stelle. Zugute halten muss man ihm, dass er weitestgehend frei sprechen kann, keinen Sprachfehler hat und auch sonst nicht allzuviel “├Ąh┬┤s!” einbaut, was heutzutage im TV offensichtlich viel wert ist und nicht wie man denken┬ k├Ânnte, Grundvoraussetzung.┬

Beckmann bringt es fertig, jedes Fu├čballspiel mit seinem Gebrabbel ├╝ber die Cousine der Schwester der Spielerfrau, die vorgestern zusammen mit Paris Hilton beim Friseur zu sehen war, dem Herbeifabulieren einer “ganz besonderen Stimmung” und schlu├čendlich mit so gelungenen Spielercharakterisierungen wie “er hat den jungenhaften Charme eines jungen, unschuldigen Mathematikstudenten” kaputtzulabern. Labern ist in diesem Fall wirklich das treffendste Wort, dass in der wortschatzreichen deutschen Muttersprache f├╝r seine Lautmale zu passen scheint. W├Ąhrend er offenbar ├╝berfordert und verwirrt von einem Statistikmonitor zur anderen seit 10 Minuten veralteten Zeitlupe blickt, redet sein Plappermaul scheinbar direkt aus dem Stammhirn angetrieben und unzensiert vom Sprachzentrum und unkontrolliert von irgendeiner Bewu├čtseinsebene (doch! ich glaube er hat sowas!) einfach weiter. Manchmal merkt er auch, da├č er gerade Quatsch verzapft hat, z.B. wenn er einer Mannschaft gerade totale Hilflosigkeit unterstellt hat und diese unmittelbar ein Tor erzielt. Aber, er w├Ąre nicht Beckmann, wenn er dar├╝ber nicht schweigend hinweggehen w├╝rde, man hat ein wenig den Eindruck, dass er denkt, es h├Âre ihm sowieso niemand zu. Das w├Ąre ja auch das richtige Verhalten, nur, es ist wie bei kleinen Kindern, irgendwann hat er soviel Unsinn gebrabbelt, dass es einem in seiner Unertr├Ąglichkeit einfach wie ein Dammbruch ins Bewu├čtsein bricht und man sich wieder mal selbst dabei erwischt, laut zu br├╝llen: “Nu halt doch endlich mal Deine Fresse, Mann!”.

Solange er sich und seine One-Man-Show aber bei der ARD zelebrieren darf, wird diese Verbalinjurie gleichsam ungeh├Ârt verhallen. Schade.

Nicht unerw├Ąhnt bleiben soll jedoch sein Engagement f├╝r das Projekt Nestwerk. e.V., wenn auch hier der boshafte Author sich nicht irgendwie des Eindrucks erwehren kann, dass dieses Engagement nur durch einen findigen Steuerberater oder Manager initialisiert wurde, um Herrn Beckmanns Image und Steuererkl├Ąrung aufzuh├╝bschen, aber, was z├Ąhlt ist das Ergebnis und Jugendlicher in Hamburg zu sein, ist garantiert kein reiner Spa├č.

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